Das Pizza-Prinzip

Ich koche gerne. Manchmal aus ganz praktischen Gründen, manchmal aus Leidenschaft.

Pizza ist so ein Fall, wo es um Leidenschaft geht. Irgendwie ist Pizza wie das Leben. Warum?

Eigentlich ist Pizza ein ganz simples Gericht – man hat immer: einen Hefeteig als Boden, darauf befindet sich Tomatensauce, darauf wiederum Käse, und je nach Geschmack noch zusätzlicher Belag. Doch dann geht es recht schnell ins Detail.

Alleine der Hefeteig für den Boden, im wahrsten Sinne das Fundament des Ganzen. Das richtige Mehl – möglichst ein backstarkes, also mit Gluten. Das optimale Verhältnis von Mehl, Wasser, Salz, Hefe und Olivenöl. Und dann den Teig gehen lassen. Gibt man ihm zu kurz Zeit, schmeckt er nicht. Wartet man zu lange, wird das Ergebnis nach dem Backen spröde und hart. Es geht nicht mehr genug auf.

Dann die Tomatensauce. Je nach Tomatensorte muss man den Säuregehalt ausgleichen; etwa mit Zucker, oder Honig. Etwas Thymian vielleicht, für das Gesamtbild. Nicht zu viel Sauce auftragen, sonst wird der Boden matschig; nicht zu wenig, sonst wird die Pizza trocken.

Der Käse. Mozarella bei einer klassischen Margharita, dazu dann Basilikum. Oder die „Imbissvariante“, mindestens etwas Gouda – besser noch gemischt mit Edamer – und dann Oregano.

Dann geht es ans Backen, und wieder wird es anspruchsvoll.

Die Hitze muss ausgewogen sein. Zu viel von oben und der Belag verbrennt während der Boden noch matschig ist. Zu viel von unten und der Boden ist bereits fertig, während der Käse noch nicht geschmolzen ist. Die Backoberfläche sollte Feuchtigkeit etwas aufnehmen, aber auch nicht zu viel. Damit der Boden knusprig wird, aber nicht trocken und hart.

Genau so ist das Leben; eigentlich scheint alles ganz simpel. Aber wenn wir bei etwas mit Leidenschaft dabei sind, dann fangen wir an uns Gedanken darüber zu machen. Wir wollen besser darin werden, also müssen wir mehr lernen. Und dann erkennen wir irgendwann, dass kleine Variationen und scheinbar unbedeutende Entscheidungen Konsequenzen haben. Das führt zu einem Paradoxon: je mehr wir lernen, desto klarer wird uns dass wir eigentlich immer noch zu wenig wissen.

Aber wir geben nicht auf. Wir sind vielleicht niemals perfekt, jedenfalls sehen wir immer noch Verbesserungsmöglichkeiten, aber wir sind jedes Mal ein bisschen besser.

Das ist mein Pizza-Prinzip.

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