Die hohe Kunst des Winterdiensts – oder: darf man in Bielefeld Salz streuen?

Der Bitlefelder hat in seinem Leben ja schon einiges gemacht und dadurch bedingt gelernt – einen vernünftigen Caipirinha mixen beispielsweise. Oder die Benutzerdoku für ein Tumordokumentationssystem schreiben.

Trotzdem lernt man halt nie aus, und heute habe ich folgendes gelernt: Ich wohne in einem Strassenabschnitt, der zu „Reinigungsklasse 10“ gehört. Das macht mich verantwortlich für die Reinigung von Gehweg und Entwässerungsrinne – letzteres aber nur „im Bereich von Fahrbahneinengungen“, wozu ich gedanklich jetzt mal Poller, Bäume etc zähle, aber nicht die drölftausend parkenden Autos hier oder den Zaun der Baustelle gegenüber.

Bitlefelder Senior hingegen wohnt in einer Strasse der  „Reinigungsklasse 07“ und ist somit nicht nur für den Gehweg, sondern tatsächlich auch für die Fahrbahn – vulgo: Straße – zuständig. Aufgrund seiner Weisheit und seines Status als Familienoberhaupt hat Bitlefelder Senior jedoch erkannt, dass der Bitlefelder viel qualifizierter für diese Aufgabe ist.

Verdammt.

Also heute mal 10 Minuten investiert und die in Bielefeld geltenden Winterdienst-Regelungen gesucht, danach geschaut in welche Reinigungsklasse mein Strassenabschnitt fällt.

Zusammenfassung:

  • Geräumt und gestreut werden muss von Montag bis Samstag zwischen 7 und 20 Uhr, an Sonn- und Feiertagen zwischen 9 und 20 Uhr, unverzüglich nach Ende auftretender Niederschläge. Zwischen 20 und 7 bzw. 9 Uhr muss nicht geräumt und nicht gestreut werden.
  • Gehwege müssen in ausreichender Breite, maximal jedoch 1,50m breit von Schnee und Eis befreit werden. Gestreut werden darf mit „abstumpfenden Mitteln“, also z. B. Splitt oder Sand. WENN DIES ABER NICHT AUSREICHT, z. B. weil der Gehweg abschüssig oder vereist ist, darf auch mit Salz gestreut werden.
  • Radwege, Haltestellen des ÖPNV und Fußgängerüberwege sind wie Gehwege zu behandeln und zu Räumen bzw. Streuen.
  • Strassen bzw. Fahrbahnen dürfen sowohl mit Salz als auch anderen Streumitteln behandelt werden.
  • Auf privaten Flächen (Einfahrt, Weg zur Haustür, Stellflächen etc…) ist die Anwendung von Streusalz gem. Regelungen nicht ausdrücklich verboten, es wird jedoch aus Umweltschutzgründen davon abgeraten.
  • Wer gerade keinen Sand zur Hand hat, darf sich kostenlos am nächsten städtischen Spielplatz bedienen.
  • Splitt kann auch kostenlos – in haushaltsüblichen Mengen – bei den städtischen Betriebshöfen geholt werden.

 

Fazit: Auf Strassen kann, darf und sollte man ohnehin Salz streuen, auf Gehwegen wenn nix anderes mehr hilft, und in der privaten Auffahrt nach Herzenslust (was sich aber nicht unbedingt empfiehlt).

Jetzt frage ich mich nur, ob eine Fahrradstrasse als Radweg und somit als Gehweg gilt, oder als Fahrbahn. Aber im Ordnungsamt geht leider grade keiner dran.

 

 

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