Schlechte Geschenke, schlechtere Geschenke, aufgedrängte Geschenke.

Electronic Arts greift heute mal glorios tief in den Abort und beglückt bestimmte User wie mich mit einer Marketingaktion, die voll nach hinten losgeht.

Was ist passiert?

Ich habe bei meinem EA-Konto 2-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktiviert. Das bedeutet, dass ich mich immer mal wieder – und bei allen Änderungen an meinen Kontodaten – noch extra ausweisen muss, in EA’s Fall mit einem Code der von einem Programm auf meinem Handy erzeugt wird. Mal abgesehen von den grundsätzlichen Vorzügen einer 2FA-Lösung ist EAs eigene Sicherheit nämlich eher als zweifelhaft zu bewerten. Hier der jüngste Beleg.

Vor einigen Jahren – so 2012, 2013 rum – trugen dann auch mal irgendwelche Hacker meine persönlichen Accountdaten bei EA raus, damals noch ohne 2FA. Glücklicherweise habe ich keine Zahlungsdaten hinterlegt, so war der Schaden begrenzt auf einige Telefonate mit dem Support und der Feststellung, dass ich bei meinem Lieblingsspiel nun gesperrt bin. War offenbar auch das Lieblingsspiel desjenigen, der meinen Account irgendwann auf russische Sprache umstellte und mich überhaupt auf die Kompromittierung aufmerksam machte. Und der hackte nicht nur gern, der cheatete auch gern.

Nun stelle man sich meine Panik vor, als ich heute mittag auf der Arbeit plötzlich eine Mail erhalte, dass ICH soeben einen Code für einen Monat Origin Access eingelöst habe. Wohlgemerkt: bis heute habe ich keine Zahlungsdaten hinterlegt, schon aus Vorsicht heraus. Nun, ich habe gar nichts eingelöst – ich wurde aber auch nicht gehackt, wie ich mittlerweile weiss. Ich habe diesen Monat erhalten, weil ich 2FA nutze – und natürlich, weil EA sein furchtbares Geschäftskonzept “Spiele im Abo” pushen will.

Liebe Marketingstrategen bei EA.

Leute, die wie ich 2FA nutzen, sind vermutlich sensibilisierter für Sicherheitsthemen als solche, die das nicht tun. Wenn ihr uns unbedingt irgendwas schenken wollt, dann macht das in Eurer blöden Benachrichtigungsmail entsprechend kenntlich. Weiterhin wäre es auch bei Geschenken ganz nett, wenn man das Geschenk dem Beschenkten erstmal anbietet – im echten Leben reicht man es meist mit ausgestrecktem Arm an, im Internet nutzt man eher Opt-In – also man fragt vorher mal. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen zu sagen, dass Opt-In gerade bei Marketingaktionen mittlerweile zu den guten Sitten gehört.

Also kippt mir bitte nicht Euer lauwarmes, schales Origin-Access-Bier in den Stiefel während ich abgelenkt bin. Ich will das nicht. Ich habs mitbekommen dass ihr es anbietet, ihr bewerbt es ja penetranter als die Rampensau vom Hamburger Fischmarkt.

Ich bin aber nicht daran interessiert Euch monatlich Geld zu überweisen für das Privileg, dass ihr mir Spiele zusammenstellt aus denen ich dann wählen kann. Ich stimme mit meiner Geldbörse lieber pro Spiel ab, als auf Euch als Kuratoren zu vertrauen.

Danke an den Kundensupport, der das lauwarme schale Bier aus meinem Account wieder rausgeputzt hat. Üäch.

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